In Garching fiel am 5. Oktober der offizielle Startschuss für das neue Mietradsystem im Landkreis

2018-10-05 20:27

Freie Fahrt für MVG Rad im Landkreis München -
In Garching fiel am 5. Oktober der offizielle Startschuss für das neue
Mietradsystem im Landkreis

Es gibt ein neues Mobilitätsangebot für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis
München: Nach zwei Jahren Planungs- und Bauzeit ging am 5. Oktober 2018
das Mietradsystem MVG Rad an den Start. Den Startschuss gaben am frühen
Nachmittag Garchings Erster Bürgermeister Dr. Dietmar Gruchmann, Staatsministerin
Ilse Aigner, Landrat Christoph Göbel und MVG Geschäftsführer
Ingo Wortmann, die gemeinsam die erste Radstation am Garchinger Maibaumplatz
enthüllten und im Anschluss die ersten Meter auf den neuen Mieträdern zurücklegten.

7


Erster Bürgermeister Dr. Dietmar Gruchmann zum landkreisweiten Auftakt:
"Wir freuen uns, als erste Kommune im Landkreis München das Mietradsystem
einführen zu können. Als "Fahrradfreundliche Kommune" schaffen wir damit ein
weiteres, wichtiges klimaneutrales und hochindividuelles Mobiltätsangebot. Für unsere
Bürgerinnen und Bürger, sowie für die vielen Tausend potentiellen Nutzer auf dem
Forschungscampus und im Gewerbegebiet wird sich dies nachhaltig positiv auswirken!"

10

1

8

2

MVG Rad ist das erste große Projekt des Landkreises zur Förderung des
Radverkehrs in der Region, das in die Umsetzung geht. Damit führt der Landkreis
als bundesweit erste Region außerhalb eines großen Stadtzentrums ein
flächendeckendes Mietradsystem ein. Mit diesem innovativen Ansatz will der
Landkreis seine Vorreiterrolle beim Thema neue Mobilitätssysteme
unterstreichen. Die Erfahrungen aus diesem Modellprojekt sollen dann an weitere
Regionen weitergereicht werden. Erst Anfang dieses Jahres hatte der Landkreis
die Pilotstrecke für einen ersten Radschnellweg von der Münchner Stadtgrenze
bis nach Unterschleißheim und Garching beschlossen.

Bayerns Verkehrsministerin Ilse Aigner: „Das Fahrrad ist auf kurzen und mittleren
Strecken meist das schnellste und effektivste Verkehrsmittel. Wer kein eigenes
Fahrrad vor Ort hat, für den ist ein Mietrad eine attraktive Alternative. Die
Handhabung ist einfach und zeitgemäß – über eine App sind auch die Kosten
strukturiert dargestellt. Das MVG Rad ist im Landkreis München ein großer
Gewinn für die Mobilität im vernetzten Verkehr.“

6

5

5_2

In insgesamt 21 der 29 Landkreiskommunen wird das MVG Rad künftig den
Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen. Voraussichtlich bis Mitte 2019
werden in folgenden Kommunen Mieträder installiert: Aschheim, Aying,
Brunnthal, Feldkirchen, Garching b. München, Gräfelfing, Grünwald, Haar,
Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Ismaning, Kirchheim b. München, Neubiberg,
Neuried, Oberhaching, Oberschleißheim, Planegg, Pullach, Taufkirchen,
Unterföhring, Unterhaching und Unterschleißheim.

Insgesamt werden 162 Stationen in den beteiligten Kommunen errichtet.
Ausgestattet sind sie mit rund 1.400 Fahrradständern und rund 1.150 Fahrrädern.
Rund 100 Stationen sollen noch 2018 errichtet werden – vorausgesetzt, das
Wetter spielt mit. Den Auftakt bilden die Stadt Garching und die Gemeinde
Ismaning. Dort stehen aktuell bereits 13 Stationen (10 in Garching, 3 in
Ismaning). Zeitnah folgen werden die Gemeinden Gräfelfing, Unterföhring und
Oberschleißheim. Bis Juni 2019 sollen alle teilnehmenden Kommunen an das
Mietradnetz angeschlossen sein. Aufgebaut werden die Stationen insbesondere
in Gewerbegebieten, an S- und U-Bahnhaltestellen, Bushaltestellen, in
Ortszentren, Wohngebieten und weiteren Standorten mit hoher
Publikumsfrequenz.

11

9

3

4

Die Gesamtinvestitionen für die Ausweitung des MVG Rads in den Landkreis
belaufen sich auf rund 3,6 Mio. Euro – Tiefbaukosten nicht mit eingerechnet.
Letztere tragen die teilnehmenden Kommunen selbst, ebenso wie die
Vorbereitung der Grundstücke. Für das Modellprojekt erhält der Landkreis eine
umfangreiche Förderung des Bundes. Das Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz und nukleare Sicherheit unterstützt das Vorhaben des Landkreises
mit mehr als drei Millionen Euro. Die verbleibenden Kosten übernehmen der
Landkreis und die beteiligten Kommunen paritätisch zu je 50 Prozent. Einige
Kommunen haben zudem Sponsoren für ihre Stationen akquiriert. Auch bei den
nicht durch Einnahmen gedeckten Betriebskosten beteiligen sich Landkreis und
Kommunen zu gleichen Teilen. Je mehr gefahren wird, desto geringer sind die
von Kommunen und Landkreis auszugleichenden Kosten. Auch dies ist
bundesweit ein Novum.

Das System muss nach Vorgaben des Fördergebers mindestens fünf Jahre
betrieben werden. Für eine Entscheidung, wie es danach weitergeht, wird in
dieser Zeit eine umfangreiche Evaluation durchgeführt – auch um zu erkennen,
wo und wie das Angebot genutzt wird, und um gegebenenfalls konzeptionell
nachbessern zu können.

„Heute schlagen wir ein neues Kapitel in Sachen Mobilität auf“, zeigte sich
Landrat Christoph Göbel sichtlich erfreut. „Neue verkehrliche Möglichkeiten zu
schaffen, ist eine der dringlichsten Herausforderungen – nicht nur im Landkreis
München, sondern in der gesamten Metropolregion und im ganzen Land. Dabei
dürfen wir uns nicht auf eine Mobilitätsform oder bestimmte Infrastrukturen
beschränken, sondern müssen multimodal und über Stadt- und
Landkreisgrenzen hinaus denken. In Zukunft muss und wird es immer mehr
solcher übergreifender Systeme geben. Mit der Einführung des MVG Rads
machen wir heute einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe, dass
die Bürgerinnen und Bürger dies auch als echte Alternative oder Ergänzung zu
PKW und Schiene erkennen und mittel- oder langfristig auf Systeme wie dieses
umsteigen werden“, so der Landrat, der darüber hinaus auch seinen Dank an
Bund und Kommunen richtete, mit deren großzügiger finanzieller und engagierter
Beteiligung die Errichtung eines landkreisweiten Mietradsystems erst möglich
geworden sei.

In der Landeshauptstadt wird das Mietradsystem bereits seit 2015 erfolgreich
betrieben. Mit aktuell 1.200 Rädern und 126 Stationen bietet es dort eine ideale
Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs und findet große Zustimmung bei den
Nutzern. Eine Aufstockung der Mieträder im Stadtgebiet um weitere 2.000 Stück
ist bereits beschlossen, sodass künftig 4.350 MVG Räder in Stadt und Landkreis
München zur Verfügung stehen werden – ein im Verhältnis zu anderen
deutschen Großstädten stattliches Angebot.

Im Dezember 2016 hatte der Kreistag des Landkreises München beschlossen,
das in der Landeshauptstadt München bereits etablierte System MVG Rad auf
das Landkreisgebiet auszuweiten und der engen infrastrukturellen Verbindung
von Stadt und Landkreis München somit ein weiteres Element hinzuzufügen. Der
Münchner Stadtrat hatte dem Vorhaben im Februar 2017 zugestimmt. Zur
Umsetzung des gemeinsamen Mietradsystems waren Landkreis und

Landeshauptstadt eine umfassende Kooperation im Rahmen des Gesetzes über
die Kommunale Zusammenarbeit (KommZG) eingegangen. Eine entsprechende
Zweckvereinbarung wurde zwischen den beiden Kommunen 2017 geschlossen.
Die Entscheidung, das in der Stadt bereits etablierte System nun auch im
Landkreis einzuführen, war vor allem auch eine Entscheidung im Sinne der
Nutzerfreundlichkeit. Bürgerinnen und Bürger, die das MVG Rad nutzen wollen,
finden das gleiche System vor, egal, ob sie sich im Landkreis oder in der Stadt
bewegen. Die Räder können und sollen über Gemeinde-, Stadt- und
Landkreisgrenzen hinaus bewegt werden. Auch preislich unterscheiden sich
Stadt und Land nicht.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Die Herausforderungen des wachsenden
Verkehrs hören längst nicht mehr an der Stadtgrenze auf. Um sie zu bewältigen,
sind regionale Kooperationen und Gemeinschaftsprojekte erforderlich. Ebenso ist
der Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel ein wichtiges Ziel – nicht nur für die
Stadt München, sondern auch über die Stadtgrenzen hinaus. Dabei kommt vor
allem dem Fahrrad als umwelt- und klimafreundliches, gesundes,
kostengünstiges und flächensparendes Verkehrsmittel eine wachsende
Bedeutung zu. Das Mietradsystem der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG Rad
ist dafür ein herausragendes Beispiel. Es wird in München bereits sehr gut
angenommen und soll nun auch in der Region dazu beitragen, die Akzeptanz
und Verbreitung des Radverkehrs weiter zu steigern.“

Entwickelt und aufgebaut wurde das System über die städtische
Tochtergesellschaft Stadtwerke München (SWM), die nun auch für die
Ausweitung des MVG Rads auf das Landkreisgebiet zuständig ist. Um den
Betrieb des Systems kümmert sich die ebenfalls städtische Münchner
Verkehrsgesellschaft (MVG). Die Planung des Mietrads für den Landkreis
München erfolgt Hand in Hand zwischen der MVG, dem Landkreis sowie den
beteiligten Kommunen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft beschafft die Räder
sowie die benötigten Einzelteile der Radstation wie Stele, Fahrradständer und
Hardware, montiert die Station und betreibt das System. Die Kommunen stellen
entsprechende Standortflächen zur Verfügung, erstellen die notwendigen
Detailplanungen und übernehmen die Tiefbauarbeiten. Der Landkreis übernimmt
die Koordination zwischen Kommunen und Fördergeber.

„MVG Rad ist in München ein großer Erfolg: Wir haben bereits über 100.000
Kunden, die seit dem Start des Systems im Herbst 2015 mehr als 1,1 Millionen
Fahrten zurückgelegt haben. Die MVG Radler nutzen die Mieträder, um spontan,
flott und umweltfreundlich an ihr individuelles Ziel zu kommen“, so MVG-Chef
Ingo Wortmann. „MVG Rad steht für mehr Mobilität ohne Abgase und ohne Stau.
Durch den weiteren Ausbau im Landkreis München wird das System nun noch
attraktiver. Es vernetzt die Kommunen untereinander und das Umland mit der
Stadt. Als Teil des öffentlichen Nahverkehrs ist MVG Rad auch ein wichtiger
Beitrag im Kampf gegen den Verkehrsinfarkt und für saubere Luft. Und es zeigt,
dass alle an einem Strang ziehen, um gemeinsam die Zukunft in der
Metropolregion zu gestalten. SWM und MVG freuen sich auf viele neue
Radkunden im Landkreis“, so der Geschäftsführer weiter.

Wichtigstes Tool für das Mietrad: die App „MVG more“
Das Mietradsystem im Landkreis ist ein stationsbasiertes System. Die Räder
können nur an einer installierten Station ausgeliehen und zurückgegeben
werden. Eine Ausnahme davon findet sich lediglich in Garching am Campus der
Technischen Universität München. Dort wird ein Geschäftsgebiet eingerichtet, in
dem auch die freie Rückgabe der Räder möglich sein wird (Free-Float-Gebiet).
Das heißt, man kann die Räder innerhalb eines definierten Gebiets an
geeigneten Orten im öffentlichen Raum abstellen, nicht nur an den fest
installierten Stationen.

Ansonsten finden die Nutzer die gleichen Bedingungen vor, die bereits aus der
Landeshauptstadt bekannt sind: Die Minute in der Einzelnutzung kostet 8 Cent,
Studierende und Kunden mit IsarCard-Abonnement der MVG zahlen den
ermäßigten Preis von 5 Cent pro Minute. Das Jahrespaket gibt es für 48 Euro pro
Jahr. Kunden mit IsarCard-Abonnement der MVG zahlen 36 Euro, Studierende
sogar nur 12 Euro pro Jahr.

Um das MVG Rad nutzen zu können, benötigen Kunden die App "MVG more".
Diese kann gratis im App Store oder im Google Play Store heruntergeladen
werden. Nach einmaliger Registrierung können Kunden das Angebot sofort
nutzen und über die App ein MVG Rad finden und ausleihen sowie ihre Daten
verwalten. Die App "MVG more" ist der Schlüssel zum MVG Rad – sie bietet
mittels Ortsplan und Ortung via GPS einen schnellen und aktuellen Überblick
über verfügbare Räder in der Umgebung.

Nach Herzenslust ausprobiert werden konnte das MVG Rad auch beim
Bürgerfest, das die Stadt Garching mit Unterstützung von Landkreis und MVG
anlässlich der offiziellen Auftaktveranstaltung rund um den Garchinger
Maibaumplatz organisiert hatte. Gemeinsam hatten die Beteiligten dafür ein
buntes Aktivprogramm auf die Beine gestellt. Interessierte hatten die Möglichkeit,
die MVG Räder einem ersten Test zu unterziehen, an der Radlwaschanlage die
eigenen Zweiräder sauberzumachen, sich beim Slowbiking-Contest im
Langsamfahren zu üben oder bei Polizei, ADFC und MVG spannende und
wichtige Informationen rund um das Radfahren zu erhalten. Für einige glückliche
Gewinner gab es außerdem Gutscheine, um das MVG Rad auch im Alltag einmal
kostenlos auszuprobieren.

 

 



neuere Nachrichten
ältere Nachrichten