Neue Corona-Regeln in Bayern – Warn-App aktiv

2020-06-18 10:48

Neue Corona-Regeln in Bayern – Warn-App aktiv

Corona-Warn-App

Seit 16. Juni kann die Corona-Warn-App heruntergeladen werden. Die App hilft festzustellen, ob Kontakt mit einer infizierten Person bestand und daraus ein Ansteckungsrisiko entstehen kann. So können Infektionsketten schneller unterbrochen werden. Die App ist ein Angebot der Bundesregierung, Download und Nutzung der App sind freiwillig.

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/corona-warn-app

Quelle: Bundesregierung

 

Neue Corona-Regeln in Bayern

Nach drei Monaten hat Bayern den Katastrophenfall wegen Corona wieder aufgehoben. Ab sofort dürfen sich zudem wieder bis zu zehn Menschen aus mehreren Haushalten treffen.

 

Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht

Bayern hält an allgemeinen Kontaktbeschränkungen mit der Pflicht zu einem Mindestabstand und dem Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in bestimmten öffentlichen Räumen (unter anderem Busse und Bahnen, Geschäfte, Freizeit- und Kultureinrichtungen) fest. Aber es gelten weitere Erleichterungen.

Im öffentlichen Raum: Es dürfen sich wieder bis zu zehn Personen aus mehreren unterschiedlichen Haushalten treffen. Bisher waren Treffen nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts, direkten Familienangehörigen und Personen eines weiteren Haushalts erlaubt.

Im privaten Raum: Bei privaten Treffen zu Hause gilt jetzt keine grundsätzliche Beschränkung auf einen bestimmten Personenkreis oder eine bestimmte Anzahl von Menschen mehr. Entscheidend ist stattdessen, wie viele Menschen sich unter Wahrung des Mindestabstands von 1,5 Metern im jeweiligen Raum aufhalten können.

Grundsätzlich gilt: In geschlossenen Räumen soll für ausreichend Belüftung gesorgt werden.

 

Aktuelle Regeln und der weitere Fahrplan:

Einzelhandel, Dienstleister und Freizeiteinrichtungen

Bisher durften Geschäfte, Museen und Freizeiteinrichtungen wie Zoos maximal eine Person pro 20 Quadratmeter Fläche hineinlassen. Ab Montag (22. Juni) reichen zehn Quadratmeter pro Kunden oder Besucher aus - damit können doppelt so viele Menschen gleichzeitig einen Laden oder eine Einrichtung besuchen.

Maskenpflicht für Kassierer und Gäste

Neben Kunden und Besuchern müssen gegenwärtig auch alle Mitarbeiter von Geschäften, Hotels, Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Zumindest im Kassen- und Thekenbereich fällt diese Pflicht für die Beschäftigten am 22. Juni weg, sofern sie durch transparente Schutzwände geschützt werden, die insbesondere in vielen Geschäften schon angebracht sind. Sogenannte Face-Shields genügen laut Söder aber nicht, weil sie kein gleichwertiger Ersatz seien. Für Kunden und Besucher bleibt die Maskenpflicht grundsätzlich bestehen.

Bäder, Wellness, Saunen

Seit 8. Juni dürfen in Bayern unter bestimmten Voraussetzungen Freibäder wieder geöffnet haben, am 22. Juni kann auch der Betrieb in Hallenbädern, Thermen-Innenbereichen und Hotelschwimmbädern wieder starten - einschließlich der Wellness- und Saunaangebote. Die genauen Hygieneregeln werden noch erarbeitet.

Gastronomie

Restaurants und Biergärten dürfen seit 19. Juni wieder so lange öffnen wie vor der Corona-Pandemie. Durch die bereits in Kraft getretene Lockerung der Kontaktbeschränkungen sind dabei ab sofort wieder auch Essen mit mehreren Freunden oder Stammtisch-Treffen möglich. Weiterhin gilt: Wer nicht am Tisch sitzt, muss eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, also zum Beispiel beim Betreten des Lokals oder beim Toilettengang.

Private Feiern

Private Feiern sind derzeit nur mit nur Angehörigen der engeren Familie erlaubt, ab 22. Juni können Hochzeiten, Geburtstage und Beerdigungen, aber auch Schulabschlussfeiern, Vereinssitzungen und Betriebsversammlungen wieder etwas größer gefeiert werden: mit bis zu 50 Menschen in Innenräumen und bis zu 100 im Freien. Eine weitere Anhebung dieser Obergrenzen könnte laut Ministerpräsident Söder im Juli folgen.

Großveranstaltungen

Größere Veranstaltungen und öffentliche Feste bleiben bis 31. August grundsätzlich verboten. Söder wirbt dabei für einer Verlängerung dieses Verbots auf Bundesebene. Eine konkrete Dauer wollte er nicht nennen.

Kunst und Kultur

Kinos, Theater und Konzertsäle dürfen unter strengen Auflagen seit 15. Juni wieder Besucher empfangen - zunächst maximal 50 in Innenräumen oder bis zu 100 unter freiem Himmel. Am 22. Juni wird diese Zahlen auf 100 beziehungsweise 200 verdoppelt - bei "zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen". Die Maskenpflicht wird weiterhin gelten.

Laien-Chöre

Seit Monaten müssen Laien-Chöre auf Proben verzichten - ab 22. Juni dürfen sie wieder starten. Die Hobby-Sänger müssen aber mindestens zwei Meter Abstand zu einander halten, zwischendurch regelmäßig lüften und nur eine begrenzte Zeit proben.

Tourismus

Das Verbot von Gruppenreisen ist ebenfalls ab 22. Juni aufgehoben. Für Reisebusunternehmen sollen dann zudem die gleichen Regelungen gelten wie für öffentliche Verkehrsmittel. Unter Einhaltung der Maskenpflicht dürfen wieder alle Plätze im Bus besetzt werden. Campingplätze dürfen gemeinschaftlich genutzte Sanitäranlagen wieder öffnen - damit wird beispielsweise auch ein Aufenthalt mit einfachen Zelten wieder möglich.

Kirchen, Synagogen und Moscheen

Gottesdienste dürfen seit 4. Mai wieder gefeiert werden - zwischen den Gläubigen muss aber ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden, sie müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, und der Gottesdienst darf nicht länger als 60 Minuten dauern. Ab 22. Juni dürfen etwas mehr Menschen gleichzeitig in die Kirche, Synagoge oder Moschee: Der Mindestabstand wird auf 1,5 Meter verringert.

Sport

Die feste Obergrenze von 20 Teilnehmern beim Sport und Training gilt nur noch bis Sonntag. Von 22. Juni an sind für eine Begrenzung die räumlichen Rahmenbedingungen entscheidend - also die Größe der Halle oder des Felds sowie Belüftungsmöglichkeiten im Innern.

Kinderbetreuung und Schulen

In den vergangenen Wochen wurde in Kindergärten, Krippen und Horten zunächst die Notbetreuung stufenweise ausgebaut - ab 1. Juli sollen wieder alle Kinder in ihre Betreuungseinrichtungen können. Auch an die Schulen kehren in dieser beziehungsweise der nächsten Woche ab 22. Juni die letzten Jahrgangsstufen zurück - vorerst noch in halber Klassenstärke im wöchentlichen Wechsel zwischen Präsenzunterricht und "Lernen zu Hause". Ab September soll bei der Kinderbetreuung und in den Schulen möglichst der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden - unter Beachtung von Hygienekonzepten.

Besuche in Pflege- und Seniorenheimen

In Alten- und Pflegeheimen sind Besuche derzeit nur unter sehr strengen Auflagen erlaubt - von einer festen Kontaktperson unter Einhaltung strikter Hygiene- und Schutzmaßnahmen. "Wir erlauben jetzt aber mehr Personen, mehr Besuchszeit und Besucher am Zimmer", kündigte Ministerpräsident Söder an. Das solle in jeder Einrichtung individuell geregelt werden, "im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt". Einen konkreten Termin dafür nannte Söder nicht-

Clubs, Diskotheken, Schausteller und Schankwirte müssen warten

Trotz der zunehmenden Lockerungen bleibt die Zukunft für bestimmte Einrichtungen weiter unklar. Das gilt nicht nur für die Veranstalter von großen Festivals, Pop- und Rockkonzerten, sondern auch für Betreiber von Diskotheken und Clubs sowie für Schausteller, die von Erlösen auf Volksfesten, Kirchweihen oder großen Vereinsfesten leben.

Auch reine Schankwirtschaften wie Bars und Kneipen, die keine Speisen anbieten, müssen sich noch gedulden. Während Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ein Konzept in den nächsten zwei Wochen in Aussicht stellte, dämpfte Söder Hoffnungen auf eine rasche Öffnung. Denn in Kneipen sei es schwierig, Abstand zu halten - noch dazu, wenn Alkohol fließe.

Quelle: BR24, 17.6.20



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