Information zur Verwendung von Streusalz und Splitt in Garching

2012-11-14 11:22

Vom städtischen Bauhof in Garching wird zur Straßensicherung im Winter Streusalz und Splitt verwendet. Auf Gehwegen darf kein Streusalz verwendet werden. Der Winterdienst der Stadt Garching wägt den Einsatz von Streusalz und Splitt sehr genau ab und geht mit beiden Mitteln sehr verantwortungsvoll um. In der Regel wird vom Bauhof eine Präventivstreuung durchgeführt, um so wenig wie möglich Streustoffe zu verbrauchen.

Im Normalfall werden hierfür 5g pro Quadratmeter Salz ausgebracht, diese Menge entspricht ca. 1,5 Teelöffel. Die Streubreite wird immer auf die Straßenbreite eingestellt so dass kein Streusalz in den Grünflächen landet. Durch die optimale Einstellung der Streumenge und der Streubreite konnten in den letzten Jahren keine Salzschäden in den Grünflächen festgestellt werden. Der Salzeinsatz durch moderne Räumfahrzeuge konnte in den letzten Jahren so optimiert werden, dass ökologische Belastungen auch im Abwasser der Kläranlage nicht registriert werden.

 

Ökobilanz Salz / Splitt

Splitt ist weder wirtschaftlich noch ökologisch für kommunale Straßen eine Alternative zu Auftausalz. Für die Herstellung und Ausbringung von abstumpfenden Streumitteln benötigt man für den gleichen Einsatzzweck einen dreifach höheren Energieaufwand als für Auftausalz. Hinzu kommt noch ein erheblicher Entsorgungsaufwand. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Hydrotox GmbH und des Öko-Instituts e.V. zu einem ökologischen Systemvergleich verschiedener Streumittel.

Die im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführte Studie bewertet den ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen von chemischen Auftaumitteln auf Formiat-Basis und Calcium/Magnesiumacetat im Vergleich zu herkömmlichem Auftausalz, Calciumchlorid sowie abstumpfenden Streumitteln (z.B. Splitt) im kommunalen Winterdienst.

Im ökologischen Vergleich der Streu- und Enteisungsmittel wurde auch eine orientierende Ökobilanz berücksichtigt. Organische Auftaumittel und abstumpfende Streumittel im Straßenwinterdienst weisen hinsichtlich Primärenergieverbrauch, Treibhauspotential und Kosteneffizienz deutliche Nachteile gegenüber Auftausalz auf.

Bei Eis- und Reifglätte sind abstumpfende Stoffe wirkungslos. Unfallanalysen bestätigen, dass mit abstumpfenden Streustoffen nicht das Maß an Verkehrssicherheit erreicht werden kann wie mit Auftausalz.

Im Gegensatz zum Auftausalz beseitigen abstumpfende Stoffe die Glätte nicht, sondern vermindern die Glätte lediglich vorübergehen. Der für den Bremsweg und die Fahrstabilität maßgebende Kraftschluss zwischen Fahrzeugrad und Fahrbahn wird damit nur geringfügig verbessert.

 

Probleme mit abstumpfenden Streustoffen

  • Hoher Streustoffbedarf, etwa zehn- bis zwanzigfache Menge
  • Umweltgefährdung durch Ablagerung von Streumaterial in Grünbereichen
  • Aufhöhung von Seitenstreifen und dadurch erschwerter Wasserabfluss
  • Glasbruch und Lackschäden durch hoch gewirbeltes Grobkorn
  • Vorzeitiger Verschleiß der Fahrbahnmarkierungen durch schmirgelnde Wirkung
  • Verstopfen von Entwässerungsanlagen, Einlaufschächten und Rohrleitungen (Kanalisation), hoher Reinigungs- und Entsorgungsaufwand
  • Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit
  • Staubentwicklung mit Gesundheitsgefährdung
  • Schwermetallgehalte
  • Entsorgungsprobleme (Sondermüll), vom Bauhof im Frühjahr 2012 wurden 85,92t Splitt entsorgt.

Die benötigte Menge pro Flächeneinheit ist bei abstumpfenden Stoffen im Vergleich zu Auftausalz um mehr als das Zehn- bis Fünfzehnfache größer. Hinzu kommen eventuell erforderliche Nachstreuungen, da der Splitt nach Fahrzeugüberfahrten aus der Rollspur geschleudert wird. Entsprechend höher ist der finanzielle Aufwand für Kauf, Transport, Lagerung und Streuung sowie der personelle Aufwand bei der Ausbringung und Wiederaufnahme, denn letztlich müssen die abstumpfenden Mittel wieder aufgekehrt, entsorgt und in einem Speziellen Entsorgungsfachbetrieb aufwendig recycelt werden, da es sich hier um Sondermüll handelt.

Die im Rahmen erstellte Ökobilanz hat gezeigt, dass die Salzstreuung mit Blick auf die ökobilanzrelevanten Belastungen (Energie- und Wasserbedarf, Luft- und Wasseremissionen, Abfallmengen) deutlich besser als die Splittstreuung abschneidet.

Die Hauptstraßen B471, Münchner Str, und Freisinger Landstr. werden von Straßenbauamt betreut, hier hat die Stadt Garching keinen Einfluss auf die Streuung.

Die Stadt bittet in diesem Zusammenhang die Grundstückseigentümer, ebenfalls mit Streumitteln sorgsam umzugeh



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