Ausflugstipp vom Heimatpfleger für die Ferien

2019-12-18 09:39

Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg

Wer in den Weihnachtsferien einen Ausflug machen möchte, der nicht in die Berge führt, könnte
nach Regensburg fahren und das Haus der Bayerischen Geschichte besuchen. Seit Sommer 2019 ist
dieses Haus eröffnet als zentrales Museum der bayerischen Geschichte seit etwa 1800. Aktuell wird
dort außerdem die Bayerische Landesausstellung gezeigt mit dem Titel „100 Schätze aus 1000
Jahren“; diese bringt die Jahrhunderte vorher seit den Bajuwaren. Der Kreis der Ortsheimatpfleger
und Ortschronisten des Landkreises München mit den beiden Kreisheimatpflegern nahm sich dieses
Haus Anfang Dezember als Ziel einer Studienfahrt. Es wurde bereits einmal berichtet; jetzt sollen
die Eindrücke vom Besuch geschildert werden. Für die Ausstellungsmacher war es nicht leicht,
passende Stücke zu finden, denn man wollte den bestehenden Museen nichts wegnehmen. So
entstand das Konzept, die Geschichte an einzelnen „Schätzen“ zu zeigen, die gar nicht so
spektakulär sein müssen. So werden vor allem die Lebensschicksale einzelner Menschen in den
Mittelpunkt gerückt, die aus historischen Quellen greifbar werden und zu deren Leben passende
Gegenstände, Bilder, Erzählungen, Urkunden, Gerichtsprotokolle usw. vorhanden sind. Das macht
die Geschichte auch für Kinder erlebbar. So entstand ein „Geschichtstheater mit 30 Bühnen“ über
neun Generationen von Menschen. Die Landesausstellung hat ein ähnliches Konzept. Neben den
klassischen Führungen, auch für Schulklassen, gibt es Audioguides, welche die Besucher sich
ausleihen können, speziell für Kinder einen Kinderführer mit spannenden Aufgaben. Dazu gibt es
Hörstationen, Tast- und Riechstationen und natürlich einen Katalog zum Kaufen.

Das Gebäude am Donauufer war anfangs Gegenstand heftiger Kritik. Tatsächlich fügt es sich ganz
unauffällig in die Häuser der Regensburger Altstadt ein: modern und dezent. Eher gibt es innen
Überraschungen: die Besucher werden vom Löwen aus dem Oktoberfestzelt empfangen. Danach
treten sie in einen Filmraum ein, in dem die Geschichte im Land und besonders in Regensburg seit
den Römern vom Moderator und Schauspieler Christoph Süß in Form humorvollen Szenen
vorgeführt wird. Zum Schluss kann ein Besuch des Wirtshauses im Haus empfohlen werden, oder
natürlich in einem der zahlreichen Lokale in der Stadt Regensburg, die für sich schon einen Besuch
wert ist. Das Auto kann man ruhig zu Hause lassen; es geht gut mit Bahn und Bayernticket.
Die Landesausstellung läuft noch bis 8. März 2020. Www.hdbg.de.

Dr. Michael Müller



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