Ernährung – ein Thema von höchster Priorität | Verpflegungskonzept für Schulen und Kitas wird im Garchinger Stadtrat diskutiert

2020-07-23 16:00

Unsere Schulen und Kitas sind ein zentraler Lebens- und Erfahrungsraum für Kinder und Jugendliche. Dabei spielt die Verpflegung in den Einrichtungen eine große Rolle: Die Mahlzeiten bieten gute Anknüpfungspunkte, positiven Einfluss auf Ernährungs- und Essgewohnheiten zu nehmen und soziales Lernen findet am gemeinsam gedeckten Tisch statt.

Die Stadt Garching hat daher den Anspruch, eine gesundheitsfördernde und nährstoffoptimierte Mittagsverpflegung für die Garchinger Kinder und Jugendlichen anzubieten. In der gestrigen Stadtratssitzung wurde die Essensversorgung ab dem Schuljahr 2021/2022 für die acht städtischen Kindergärten und Horte sowie für die Grundschulen West und Hochbrück und die Mittelschule in einem Konzept vorgestellt.

Ernährungsphysiologische Grundsätze wie etwa dreimal wöchentlich Gemüse, Rohkost oder Salate gehören danach ebenso selbstverständlich auf den Speiseplan wie ein wöchentliches Fischangebot. Auf Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker soll weitestgehend verzichtet und die Lebensmittel müssen fettarm zubereitet werden.

 

Das Verpflegungskonzept, das sich an den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientiert, wurde unter Mitwirkung der städtischen Fachkräfte und einer Fachfirma erstellt. Die Bedürfnisse vor Ort, z.B. für die Speiseplanauswahl und die technischen und personellen Voraussetzungen der Kitas und Schulen werden darin berücksichtigt, etwa bei der Wahl der Verpflegungsart (cook and hold oder cook and freeze). Auch Lieferungs- und Einkaufsbedingungen werden vorgegeben, etwa fairer Handel, Sicherstellung von Tierwohl, Zertifizierungen und Biosiegel.

Die Vergabe der Verpflegungsleistung läuft für zwei Jahre mit einer Option auf zweimalige Verlängerung um jeweils ein Jahr. Die Zufriedenheit und Qualität des Essens wird während dieses Zeitraums durch ein Essensgremium, bestehend aus der Auftraggeberin, Lehrkräften, erzieherischem Personal und Elternvertretern sowie dem Caterer evaluiert und verbessert.

Die Stadt Garching möchte auch in dem wichtigen Bereich „Verpflegung“ eine serviceorientierte und bürgerfreundliche Leistung anbieten. Daher ist ebenfalls Teil des Verpflegungskonzeptes, dass die Abrechnung des Essens nicht dem Caterer oder einem externen Dienstleister überlassen wird, sondern die Verwaltung selbst die Kosten erhebt; dies impliziert zum einen zwar eine hohe soziale Komponente, zum anderen jedoch eigenen, zusätzlichen Personalaufwand. Auch möchte die Stadtverwaltung keine Erhöhung der Essenspauschale von derzeit 70,00 € für elf Monate vornehmen.

Der Garchinger Stadtrat folgte dem Verpflegungskonzept weitestgehend, gab die Fragen über die Verwendung regionalen Obstes und Gemüses und über die Erhöhung des Mindestanteils an Bioprodukten aber an die Verwaltung als Hausaufgabe zurück; diese Themen sollen in der Septembersitzung des Stadtrates erneut besprochen werden.

 

 



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