Garchinger Forschungs-Neutronenquelle unter neuer wissenschaftlicher Leitung

2018-04-03 11:22

Peter Müller-Buschbaum folgt auf Winfried Petry

Garchinger Forschungs-Neutronenquelle unter neuer wissenschaftlicher Leitung

Die  weltweit leistungsfähigste Forschungs-Neutronenquelle FRM II der Technischen Universität München (TUM) erhält zum 1. April einen neuen Wissenschaftlichen Direktor: Mit der Berufung von Prof. Peter Müller-Buschbaum konnte in der Nachfolge von Prof. Winfried Petry erneut ein international renommierter Forscher für die Leitung gewonnen werden.

„Mit der Berufung von Prof. Peter Müller-Buschbaum haben wir einen weltweit anerkannten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Polymerforschung und Neutronenstreuung für die Garchinger Forschungs-Neutronenquelle gewinnen können, die unter dem verdienstvollen Vorgänger Prof. Winfried Petry eine große Attraktivität für die internationale Nutzergemeinschaft entfaltet hat“, sagt TUM-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann.

Peter Müller-Buschbaum, Jahrgang 1966, studierte Physik in Kiel und München. Forschungsaufenthalte führten ihn an das Max-Planck-Institut für Polymerforschung nach Mainz, an das Institut Laue-Langevin und an die Europäische Synchrotronstrahlungsquelle (ESRF) in Grenoble. 2003 habilitierte er sich am Physik-Department der TUM, wo er seit 2006 Professor ist. Sein Fachgebiet ist die Physik dünner Schichten, insbesondere Polymerschichten. Seine international hochanerkannten Forschungen liegen an der Schnittstelle zwischen Physik, Chemie und Ingenieurwissenschaften, wobei Regenerative Energien einen Schwerpunkt seiner Arbeiten bilden. 

Hundert Billionen freie Neutronen pro Quadratzentimeter in der Sekunde

Der FRM II, der neue Sicherheitsstandards definiert hat, bietet weltweit die höchste nutzbare Neutronendichte bezogen auf die thermische Leistung. Jede Sekunde erzeugt er aus Uran mehr als hundert Billionen freie Neutronen pro Quadratzentimeter, die in einer Vielzahl von unterschiedlichsten Instrumenten genutzt werden. Neutronen durchdringen feste Stoffe und helfen dabei ins Innerste von verschiedensten Materien zu blicken. Der FRM II ist unverzichtbar bei der Produktion von Radiopharmaka für Krebstherapien oder der Erforschung neuer leistungsfähiger Batterien. Neben Großforschungsprojekten aus Medizin, Industrie und Wissenschaft wurde aber auch schon einmal Dinosaurier-Eiern ihr letztes Geheimnis entlockt, während fürs Projekt „Ancient Charm“ Wissenschaftler wertvolle Skulpturen auf ihre Herstellungsweise analysierten.

Weltweit genießt FRM II einen exzellenten Ruf: Jährlich kommen rund 1000 Gastwissenschaftler aus über 50 Ländern nach Garching, um Messungen durchzuführen. Neben der TUM betreiben in der Anlage mehrere Universitäten, Institute der Max-Planck-Gesellschaft, das Forschungszentrum Jülich sowie die Helmholtz-Zentren Geesthacht und Berlin Experimente. Seit Anfang 2013 firmiert diese Kooperation als „Heinz Maier-Leibnitz Zentrum“ (MLZ).

Prof. Müller-Buschbaum folgt auf Prof. Winfried Petry, der seit 1995 maßgeblich am Aufbau der Forschungs-Neutronenquelle beteiligt war. Prof. Petry konzipierte die wissenschaftlichen Instrumente und leitete den FRM II seit 2001 als Wissenschaftlicher Direktor.

Mehr Informationen:
Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II): https://www.frm2.tum.de

Hochauflösendes Bild:
https://mediatum.ub.tum.de/1436821

Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 550 Professorinnen und Professoren, rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 41.000 Studierenden eine der forschungsstärksten Technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunkte sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin, verknüpft mit Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die TUM handelt als unternehmerische Universität, die Talente fördert und Mehrwert für die Gesellschaft schafft. Dabei profitiert sie von starken Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft. Weltweit ist sie mit einem Campus in Singapur sowie Verbindungsbüros in Brüssel, Kairo, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006 und 2012 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings gehört sie regelmäßig zu den besten Universitäten Deutschlands. www.tum.de



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