Radwegekonzept

BÜRGERBETEILIGUNG

2009 wurde mit Beteiligung der Bürger ein Radwegekonzept erarbeitet.

Ziel ist es, möglichst viele Garchinger aller Generationen für das Fahrradfahren zu begeistern. Dies gelingt eben nur mit einem attraktiven und sicheren Radwegenetz. Ferner soll der Anteil des motorisierten Individualverkehrs  (MIV) reduziert werden.  Mit der Umsetzung sind wir auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel.

Natürlich wird das Radwegekonzept weiter fortgeschrieben, da auch Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept einfließen, insbesondere das Mobilitätsmanagement, für das es ein beschlossenes Konzept gibt. Unter diesem Konzept versteht man die Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsangebote wie ÖPNV, Car-Sharing, Fahrradverleihsystem, Taxi etc. Die ersten Schritte zur Umsetzung werden derzeit eingeleitet.

Viele Maßnahmen aus dem Fahrradwegekonzept konnten in den letzten Jahren umgesetzt werden. 2015 wurde weiter an der Umsetzung des Radwegekonzeptes gearbeitet.

Im Einzelnen sind dies folgende Maßnahmen:

  • Verbreiterung des Gehweges an der Schleißheimer Straße entlang des Parkplatzes vor dem Bio-Laden

  • Verbindungsweg zwischen AWO- Kinderhaus und Hüterweg

  • Fertigstellung der Verbindung zwischen Mallertshofener Straße und Robert-Bosch-Straße

  • Die Radwegbeschilderung (Wegweisung) wurde weiter verbessert.

  • 2015 wurden wichtige Fahrradwegeverbindungen in den Räum- und Streuplan mit der Priorität aufgenommen

  • Deutlich verbessert werden soll auch die Radwegeverbindung entlang der B 11 durch  Dirnismaning nach München. Diese Radwegestrecke wird immer mehr genutzt. Das Überqueren der B 11 findet völlig ungeordnet statt. Deshalb ist angedacht, in beide Fahrrichtungen zumindest Angebotstreifen für Fahrradfahrer auf der Fahrbahn anzubieten. Das Staatliche Bauamt Freising als Straßenbaulastträger ist bereits in die Planung eingebunden.   

 

MOBILITATSMANAGEMENT

Weiterverfolgt wird auch das Thema „Mobilitätsmanagement“ im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes. Zunächst soll im Gewerbegebiet Hochbrück ein Netz an Stationen mit Leihrädern aufgebaut werden, dass den Pendlern eine bessere Erreichbarkeit von der
U-Bahnstation zu ihren Arbeitsplätzen ermöglicht. Dazu will sich die Stadt am Fahrradverleihsystem der MVG München beteiligen. Dies hat den großen Vorteil, dass man z.B. auch von München direkt oder umgekehrt mit dem Fahrrad fahren kann. E-Bike Ladestationen sind ebenfalls Programm. 

Das Konzept sieht vor, diese Stationen  für Pedelecs oder Elektroautos auszubauen. Damit diese „Satellitenstationen“ für die Fahrradfahrer attraktiv erreichbar sind, müssen die Radwegeverbindungen geschaffen bzw. optimiert werden.

Für 2016 ist deshalb angedacht, durch entsprechende Fahrbahnmarkierungen einen Fahrradstreifen in den Gewerbestraßen entlang der Schleißheimer Straße im Gewerbegebiet Hochbrück zu schaffen.

 

RADSCHNELLWEGE

Im vergangenen Jahr hat der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München eine Potenzialanalyse für Radschnellverbindungen in München und Umgebung vorgelegt. Basierend auf den Ergebnissen dieser Untersuchung hat der Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur des Landkreises München Anfang des Jahres eine Machbarkeitsstudie für einen Pilotkorridor ab der Münchner Stadtgrenze bis zum Hochschulcampus in Garching sowie einen davon abzweigenden Teilkorridor zwischen München-Neuherberg und Unterschleißheim in Auftrag gegeben. Ein knappes halbes Jahr später wurden erste Zwischenergebnisse vorgestellt. Gemeinsam gaben der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München und das Aachener Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen den Mitgliedern des Lenkungskreises aus Stadt, Landkreis und Kommunen sowie weiteren Interessenvertretern einen Überblick über die bisher untersuchten Faktoren.


Großes Potenzial für Radschnellwege vorhanden
So wurde detailliert untersucht, wie viele Radfahrer die Radschnellverbindungen voraussichtlich nutzen werden. Das Ergebnis lag jeweils bei mehreren Tausend. Und das, obwohl sowohl Garching als auch Unterschleißheim schnell und einfach mit U- und S-Bahn wie auch mit dem Auto zu erreichen sind. Die Planer sind sicher: Ist erst einmal eine attraktive Radverbindung da, wird diese auch entsprechend genutzt. Unter Studierenden und Beschäftigten am Hochschulstandort Garching sei ebenfalls eine hohe Bereitschaft erkennbar, auf das Rad umzusteigen, erläuterte die Mobilitätsbeauftragte der Technischen Universität für den Standort Garching. Dies hätten interne Umfragen gezeigt.


Mehrere mögliche Streckenführungen zur Diskussion
Mit Interesse wurden auch die vorgestellten Routenvorschläge aufgenommen. Zwei alternative Streckenführungen von der Grenze der Landeshauptstadt nach Unterschleißheim und drei Varianten nach Garching haben die Planer vorgestellt. Das Spektrum reicht von stark am bestehenden Wegenetz orientierten bis hin zu visionären Streckenführungen. Die Kommunen können nun in einem nächsten Schritt eigene Vorschläge einbringen, bevor die Varianten über den Sommer detailliert auf ihre ‚Machbarkeit‘ hin geprüft werden. Ziel ist es, in einer gegenüberstellenden Betrachtung der Varianten am Ende eine Vorzugsvariante herauszufiltern. 

Qualität als zentrales Umsetzungskriterium
Die Qualitätsanforderungen, die die einschlägigen Richtlinien an Radschnellverbindungen stellen, sind hoch: befestigte Oberflächen, Wegebreiten, die ein sicheres Überholen ermöglichen, Streckenführungen, die eine Fahrgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde zulassen, geringe Zeitverluste an Kreuzungen und parallele, sichere Wege für den Fußgängerverkehr, dort wo Fußgänger Wege für den Radverkehr nutzen. Neben der Frage, ob die Qualitätsanforderungen eingehalten werden können, spielen bei der Bewertung der Varianten noch weitere Aspekte eine Rolle, beispielsweise Genderaspekte wie soziale Kontrolle und Angstfreiheit, Grundstücksverfügbarkeit bzw. notwendiger Flächenerwerb, ökologische Belange, Verknüpfung mit dem öffentlichen Personennahverkehr und Kosten.

Im Herbst werden die Ergebnisse der Detailuntersuchung in den politischen Gremien der Kommunen und des Landkreises präsentiert. Danach folgt die Beteiligung der Öffentlichkeit – zwei Bürgerwerkstätten sind geplant. 

 

Infomaterial zum Download: