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Die Elite-Universitätsstadt Garching
feiert drei Tage lang die U-Bahneröffnung
Es ist geschafft! Mit diesen Worten begrüßte Garchings Erster Bürgermeister Manfred Solbrig die zahlreichen Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kirche zum feierlichen Festakt auf dem Maibaumplatz, mit dem die neue U-Bahn-Strecke von Garching-Hochbrück bis zum Hochschul- und Forschungszentrum offiziell in Betrieb genommen worden ist. Auch zahlreiche Garchinger wollten sich dieses – oft zitierte – Jahrhundertereignis nicht entgehen lassen.
Der Wichtigkeit des Ereignisses angemessen, waren zahlreiche hochrangige Gäste der Einladung gefolgt um entweder als Festredner zu fungieren oder zumindest ein kurzes teilweise auch sehr launiges Grußwort zu sprechen.
So verglich der gebürtige Engländer und wissenschaftliche Direktor des Max-Planck-Institutes, Prof. Alexander Bradshaw, das Projekt in Garching mit der Eröffnung der ersten U-Bahn der Welt im Jahr 1863 in London. Ebenso wie in Garching hatten die Briten zuvor 30 Jahre lang an der Verwirklichung des Projektes gearbeitet und auch hier gab es Anfangs Skeptiker, die lieber über als unter der Erde bleiben wollten.
Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel lobte den Hochschul- und Forschungsstandort Garching in den höchsten Tönen. „Der Garchinger Campus hat sich zu einer der modernsten Forschungs- und Ausbildungsstätten Europas entwickelt“ und nun habe man mit der U-Bahn endlich die entsprechende Verkehrstechnische Anbindung für die ca. 15.000 Personen geschaffen, die hier studieren und arbeiten.
Der Präsident der Technischen Universität München, sozusagen frisch gekürter Elite-Universitäts-Präsident und sowieso noch in Superlativen schwelgend, nannte die U6 die „University Line“, die die wissenschaftlichen Nachbarn zwischen Garching und Großhadern miteinander verbinde. Diese „University Line“ – früher hätte man sie Vizinalbahn genannt – brächte die junge und schon heute internationale Universitätsstadt Garching in ein geografisches Zentrum, wohin sie auch gehöre. Schließlich sei die TU als naturwissenschaftlich-technischer Campus das Vernetzungszentrum mit der internationalen Wissenschaft, aber auch mit der regionalen Wirtschaft.
Die U-Bahn wird offiziell eröffnet: v.l. Wissenschaftsminister Goppel, Garchings Stadtoberhaupt Solbrig, Landrat Janik, MVG-Geschäftsführer König und Münchens OB Ude
Landrat Heiner Janik sah die Sache da schon etwas nüchterner. Er ging auf die Entwicklung der U-Bahn in Garching ein, zu der auch der Landkreis einen erheblichen Beitrag leistete und nannte Zahlen. So seien 161 Mio. € Baukosten in der Tat keine Peanuts, aber dafür Investitionen, die den Zug in die Zukunft wortsinngemäß auf das richtige Gleis setzen.
„Medienprofi“ und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude wusste schnell, wie er die Garchingerinnen und Garchinger nach den vorangegangenen Elogen auch noch auf seine Seite bringen konnte. Er nannte Garching mit einem Augenzwinkern die Stadt mit der höchsten U-Bahndichte auf der Welt....
Nach Erteilung des kirchlichen Segens durch Weihbischof Engelbert Siebler und stv. Dekan und Garchinger Stadtpfarrer Rainer Kobilke übergab der Oberbayerische Regierungspräsident Christoph Hillenbrand die offizielle Betriebserlaubnis an Garchings Ersten Bürgermeister Manfred Solbrig. Und der wiederum beauftragte dann offiziell die MVG, vertreten durch Geschäftsführer Herbert König, mit der Betriebsführung. Somit waren die formellen Voraussetzungen geschaffen, dass die U-Bahn in Garching fährt.
Garchings Altbürgermeister und Ehrenbürger Helmut Karl, den Solbrig mehrmals als „Vater der Garchinger U-Bahn“ rühmte, blieb es schließlich vorbehalten, das Startsignal für die Erste U 6 zum Garchinger Hochschul- und Forschungszentrum und damit auch für den Aufbruch in ein neues Zeitalter der Stadt Garching b. München zu geben.
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