Ehrenbürger

Pfarrer Johann Baptist Stein (1851-1925; Seelsorger in Garching nach dem Tode von Pfarrer Seeanner ab 1906 bis 1925) war der erste, dessen Wirken für die Garchinger mit dieser hohen Würdigung anerkannt wurde. Auch eine Straße in der Postsiedlung wurde nach ihm benannt.

Der in Garching gebürtige und spätere Altbürgermeister Josef Wagner (1856-1934, Bürgermeister von 1888 bis 1917) erhielt die Urkunde 1926 unter anderem für seine zukunftsweisende Planungstätigkeit, mit der er beispielsweise eine zentrale Wasserversorgung, Elektrizität und ein neues Schulhaus durchsetzte. Eine Straße im Ortszentrum wurde nach ihm benannt.

Pfarrer Johann Herrmann (1885-1955, Seelsorger in Garching von 1932 bis 1954; Urkunde 1955) wurde der zweite geistliche Ehrenbürger, weil er sich um das Leben in der Gemeinde besondere Verdienste erworben hat.

Ihm folgte der Geistliche Rat und Päpstliche Prälat Rupert Angermair (1899-1966; Urkunde 1964), ebenfalls in Garching gebürtig. Er war ab 1945 promovierter und habilitierter Inhaber des Lehrstuhls für Moraltheologie an der Philosophisch-theologischen Hochschule in Freising. An ihn erinnert der Professor-Angermair-Ring im Garchinger Osten.

1974 erfolgte die Verleihung an Altbürgermeister Josef Amon (1899-1974). Als Zuzügler aus Franken erwarb er sich regionale und überregionale Verdienste in der Landwirtschaft (Molkerei, Ödlandge nossenschaft, Bundesausschuss für Obst und Gemüse). In die Zeit seiner Amtstätigkeit fällt der Beginn des Ausbaus der Garchinger Gewerbegebiete und der Bau des ersten deutschen Atom-Forschungsreaktors. Die frühere Rathausstraße wurde 1981 nach ihm umbenannt.

Am 15.05.2002 erfolgte die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Altbürgermeister Helmut Karl (1937 bis 2012). Während seiner 30-jährigen Amtszeit als Erster Bürgermeister hat sich Garching von einer kleinen ländlichen Gemeinde zur Universitätsstadt entwickelt. Zu seinen herausragenden Leistungen gehört die U-Bahn-Anbindung von Garching, die Weiterentwicklung des Hochschul- und Forschungszentrums sowie der stetige Ausbau des Gewerbegebietes Hochbrück. Um seine Verdienste in der Kommunalpolitik entsprechend zu würdigen, wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil: Bundesverdienstkreuz am Bande, Ernennung zum Ehrensenator der Technischen Universität, Kommunale Verdienstmedaille in Bronze und Silber, Ehrenring des Landkreises München und die Verdienstmedaille der Stadt Garching in Gold. Helmut Karl verstarb am 19. Januar 2012.

Die letzte Verleihung der Ehrenbürgerwürde erfolgte am 01.02.2006 an Prof. Dr. Theodor W. Hänsch. Der Stadtrat würdigte damit die ideellen Verdienste und das Renommee, das sein langjähriges Wirken am Garchinger Max-Planck-Institut für Quantenoptik für den Forschungs- und Wissenschaftsstandort mit sich brachte. Im Jahr 2005 erhielt Hänsch für seine Beiträge zur Entwicklung der auf Laser gegründeten Präzisionsspektroskopie einschließlich der optischen Frequenzkammtechnik den Nobelpreis für Physik. Prof. Dr. Hänsch hat zwar nicht seinen Erstwohnsitz in Garching, doch verbringt er mehr Zeit hier beim Forschen, als in seiner Heimat München.