Grünflächen & Wiesen

Bürgerpark artenreiche Blühwiese neben Rasenfläche.jpg

Grünflächen tragen zur Verbesserung des Kleinklimas (Verdunstung, Abkühlung, Luftreinigung) bei. Durch die Einrichtung von Grünflächen wird außerdem der Bodenversiegelung entgegengewirkt und ein Versickern von Oberflächenwasser ermöglicht. Darüber hinaus liefern sie einen Beitrag zur Artenvielfalt (Biodiversität). Um die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit von Grünflächen dauerhaft zu erhalten, sind regelmäßige Grünpflege- und Baumschnittarbeiten notwendig. (Quelle: Wikipedia)

Allerdings ist die Wahrnehmung bzw. das ästhetische Empfinden darüber, was eine „gepflegte Grünfläche“ auszeichnet, häufig sehr unterschiedlich. Da reicht die Bandbreite vom akkurat geschnittenen Golfrasen bis zur vollkommen naturbelassenen Wiesenfläche. Unser Anliegen bzw. unsere Aufgabe als Stadt ist es, einerseits naturnahe und insektenfreundliche Blühwiesen und andererseits für die „Öffentlichkeit“ nutzbare Rasenflächen zu gründen. Dies stellt nicht selten einen Balanceakt zwischen der Nutzbarkeit, der Optik und der Naturfreundlichkeit der Grünflächen dar. Um alle Aspekte bedienen zu können wurde ein komplexes Pflegekonzept entwickelt, welches sich in drei Hauptgruppen aufteilen lässt:

-          Staudenflächen

-          Blühwiesen

-          Rasenflächen (Gebrauchsrasen)

Diese unterschiedlichen Arten von Grünflächen bedürfen selbstverständlich auch einer unterschiedlichen Form der Pflege.

 

Staudenflächen

Als Stauden werden mehrjährige Blütenpflanzen bezeichnet, die im Frühjahr aus der Wurzel wieder austreiben. Bei der Gestaltung der jeweiligen Staudenflächen wurden nicht nur die Standortbedingungen und die optische Wahrnehmung beachtet, sondern auch, ob die Stauden Nahrung und Schutz für Insekten bieten. Somit ist eine ganzjährige Blütenpracht wie z.B. am Bürgerplatz oder entlang der Freisinger Landstraße entstanden. Für die Pflege der Staudenflächen werden verschiedene Schnitte angewandt, wie der Remontierschnitt, der eine erneute Blütenpracht hervorbringt, der Nachblütenschnitt, der die Wiederstandfähigkeit und Langlebigkeit erhöht und der Nachwinterschnitt. Durch den Nachwinterschnitt können zum Schutz für heimische Insekten einige Stauden über den Winter stehen bleiben. Während des Jahres gehören natürlich auch die Entfernung von unerwünschtem Begleitgrün oder verblühter Blütenstände zur Pflege.

 Sommerblütenpracht am Rathaus.jpgStaudenbeet an der Freisinger Landstraße.jpg

 

 Blühwiesen

Die Pflege einer Blühwiese ist die Mahd, die in der Regel ein- bis zweimal pro Jahr vorgenommen wird. Hierbei wird darauf geachtet, dass nicht alle Wiesen zur gleichen Zeit gemäht werden. Unterschiedliche Schnittzeitpunkte, die mit dem Standort und umliegenden Blühwiesen abgestimmt werden, ermöglichen eine ganzjährige Nahrungsbereitstellung und Deckung für Insekten, Amphibien und Säugetiere.

Zum Beispiel wird eine an den Wald angrenzende Blühwiese im März und August gemäht, damit im Frühjahr abgelegte Rehkitze und die Brut der Feldlerche nicht gestört werden, wohingegen die Blühwiese entlang der Lindenallee aus den oben genannten Gründen ihre Mahd im Juni und Oktober erhält.

Fleisige Biene an der Lindenallee.jpg

Neben dem Schnittzeitpunkt sind folgende Pflegekriterien maßgeblich: Die Schnitthöhe beträgt etwa 10 cm, damit Pflanzen nicht totgeschnitten werden und Kleinlebewesen geschützt sind. Auch die richtige Wahl des Mähgerätes ist für eine naturverträgliche Mahd von Bedeutung. Unsere Blühwiesen in Garching werden aus diesem Grund mit Balkenmähern geschnitten. Diese Mahdvariante hat sich für die Fauna als die Schonendste herausgestellt, wie dies wissenschaftlich zahlreich belegt worden ist. hat Das Mähgut bleibt, bevor es abgefahren wird, einige Tage liegen, damit bereits gebildete Samen auf der Fläche verbleiben. Bei der Anlage der Blühwiesen wurde ausschließlich heimisches Saatgut verwendet und auf eine gleichmäßige Verteilung der Flächen im Stadtgebiet geachtet. Hierbei haben machen wir auch darauf geachtet, Kleinstflächen zu schaffen und zu erhalten. Die kleinen Flächen nutzen wir als Trittsteine im innerstädtischen Bereich und schließen damit den Kreis mit den Großflächen in der landwirtschaftlichen Flur.

 

Rasenflächen

Grünflächen, die aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht als Blühwiesen fungieren können, werden als Rasenflächen angelegt. Natürlich sollen auch Flächen für die Freizeitgestaltung der Garchinger Bürger zur Verfügung stehen. Dies bedeutet nicht automatisch, dass die Insektenfreundlichkeit vernachlässigt wird. Dies wird entweder durch eine kleinstflächige Blühwiese oder durch unterschiedliche Häufigkeit und Zeitpunkte der Rasenschnitte gewährleistet. Hierbei wird zwischen intensiven und extensiven Rasenflächen unterschieden. Intensivrasen werden konstant kurz gehalten und ermöglichen die Nutzung als Liege- und Spielfläche. Diese Flächen werden ca. 10-mal pro Jahr geschnitten. Wohingegen die Extensivrasenflächen ein dynamisches Erscheinungsbild haben und somit die Spontanvegetation mit einzelnen Blühaspekten punkten kann. Solche Flächen werden maximal 4- bis 5-mal jährlich gemäht.

 

 

Der Garchinger Bürgerpark mit seinem Zusammenspiel aus intensiven und extensiven Rasenflächen sowie großzügig angelegter Blühwiesen und Staudenflächen bietet alle Aspekte des komplexen Grünpflegekonzeptes der Stadt Garching (siehe Titelbild). Dies geschah natürlich mit dem Grundkonzept, den Garchinger in diesem Park auch eine vielschichtige Nutzbarkeit zu bieten.