(Vor-)Lesen bildet

2020-11-19 17:50

Der Landkreis München beteiligt sich am bundesweiten digitalen Vorlesetag 2020

Für viele Menschen ist es vermutlich eine der schönsten Kindheitserinnerungen: An einem stürmischen Herbstwochenende oder vor dem Schlafengehen aus den Lieblingsbüchern vorgelesen zu bekommen. Gleichzeitig haben Eltern, Großeltern und Verwandte damit den Grundstein für die eigene Lese-, Verständnis- und Ausdrucksfähigkeit gelegt. Denn (Vor-)Lesen bildet. Aus diesem Grund hat die Stiftung Lesen den bundesweiten Vorlesetag ins Leben gerufen, der bereits seit 2004 jedes Jahr am dritten Freitag im November stattfindet. Auch der Landkreis München beteiligt sich am Vorlesetag 2020, um ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für das Vorlesen zu setzen und so Freude am Lesen zu wecken.

Der Teilnahme zugrunde liegt ein Beschluss des Kreissozialausschusses, ein Konzept für die regelmäßige Teilnahme des Landkreises am bundesweiten Vorlesetag zu entwickeln. Mit der Beteiligung am Vorlesetag fördert der Landkreis nicht nur die Lesekompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Die Maßnahme zahlt auch auf die in Kreisgremien und Verwaltung vereinbarten strategischen Schwerpunktthemen und Ziele der Förderung einer wohnortnahen Bildung und der Digitalisierung rund um das Thema Bildung ein.

Da in diesem Jahr aufgrund der Pandemielage keine Vorleseaktionen vor Ort in Kindergärten oder Büchereien stattfinden können, hat die Verwaltung im Landratsamt eine digitale Alternative entwickelt, um den Vorlesetag 2020 zu verwirklichen.

Landrat Christoph Göbel sowie einige Bürgermeisterinnen und Bürgermeister haben im Vorfeld des Vorlesetags fünf- bis 15-minütige Videos angefertigt, in denen sie aus beliebten und bekannten Kinder- und Jugendbüchern vorlesen. Diese sind ab dem 20. November eine Woche lang auf dem Youtube-Kanal des Landratsamts sowie auf den Internetseiten der teilnehmenden Gemeinden zu sehen. Auf diese Weise entsteht eine digitale Vorlesestunde für Kinder nicht nur aus dem Landkreis München.

Landrat Christoph Göbel, der für den Vorlesetag einen Auszug aus „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende ausgewählt hat, betont die tragende Rolle des Lesens und Vorlesens für Bildung und Spracherwerb: „Schon frühe Leseförderung weckt bei Kindern die Neugierde auf Texte und hat immensen Einfluss auf ihren Wortschatz. Durch Erzählungen lernen unser Kinder neue Ausdrücke, prägen sich anspruchsvollere Satzmuster ein und beherrschen erwiesenermaßen deutlich mehr Wörter als Kinder, denen nicht vorgelesen wird.“ Sowohl das „klassische“ Vorlesen als auch das gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern, das Erzählen von Märchen oder auch das Singen von Kinderliedern förderten die Fähigkeit, neue Wörter zu lernen und hätten einen positiven Effekt auf die Entwicklung der Vorstellungskraft und der Konzentrationsfähigkeit eines Kindes, so Göbel.

„Gleichzeitig tragen wir damit unseren gemeinsamen Beschlüssen im Kreistag und unserer Überzeugung Rechnung, Bildung und Digitalisierung im Landkreis bestmöglich voranzutreiben. Dabei spielen neben einer modernen Infrastruktur und der gezielten Förderung der Bildungslandschaft im Landkreis gerade auch solche niedrigschwelligen Angebote wie die Teilnahme am Vorlesetag eine wesentliche Rolle“, so Göbel weiter.

Die Videos zum Vorlesetag sind ab dem 20. November 2020 abrufbar unter https://t1p.de/vorlesetag-lkm-2020.



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