Coronavirus: Datenbestand erfolgreich bereinigt

2021-01-20 15:07

Landratsamt München ab sofort wieder mit korrekten Fallzahlen
Seit Anfang Januar konnte das Landratsamt München aufgrund einer fehlerhaften Systemumstellung nach der verpflichtenden Einführung des bundesweiten Meldeprogramms DEMIS keine umfassende Aufschlüsselung der Fallzahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Landkreis München bieten. In den vergangenen Wochen wurde im Staatlichen Gesundheitsamt daher intensiv daran gearbeitet, die fehlerhaften Datenbestände zu bereinigen, zahlreiche durch die Systemumstellung generierte Doppel- und Mehrfacherfassungen zu entfernen und die gemeinde- und tagesscharfen Auswertungen wieder zu automatisieren. Wie in der vergangenen Woche angekündigt, konnte die Bereinigung der Daten planmäßig am heutigen Mittwoch abgeschlossen werden.
Ab sofort können Bürgerinnen und Bürger die aufgeschlüsselten Fallzahlen wieder wie gewohnt unter www.landkreis-muenchen.de/coronavirus abrufen.

Das Landratsamt steht in Kontakt mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und dem Robert Koch-Institut (RKI) mit dem Ziel, dass auch die derzeit dort noch fehlerhaften Datenbestände in absehbarer Zeit wieder auf dem aktuellen Stand sein werden.

Aktuelle Fallzahlen
Unbenannt

Zum Hintergrund

Seit 1. Januar 2021 besteht für Labore die Verpflichtung, Neuinfektionen ausschließlich zentral über die vom Robert Koch-Institut entwickelte Software DEMIS zu melden. Der Datenimport in den Gesundheitsämtern erfolgt über eine Schnittstelle zu der im jeweiligen Gesundheitsamt verwendeten Meldesoftware für Infektionskrankheiten. Dabei stellte sich Anfang Januar heraus, dass der Datenaustausch zwischen DEMIS und der vom Landratsamt München genutzten Meldesoftware nicht fehlerfrei funktioniert. Dies hat einen Wechsel der Meldesoftware im Landratsamt erfordert. Im Anschluss an die Portierung der Daten musste der Bestand von mehr als 10.000 Datensätzen manuell durch die Mitarbeitenden des Gesundheitsamts geprüft und bereinigt werden. Während dieser Zeit wurden aufgrund der fehlerhaften Schnittschnelle sowie der damit zusammenhängenden technischen Anpassung der neuen Software an die Erfordernisse des Gesundheitsamts über einen längeren Zeitraum kontinuierlich zu hohe Fallzahlen im Gesundheitsamt erfasst und an übergeordnete Stellen gemeldet. Grund dafür waren die systembedingten Doppel- und Mehrfacherfassungen einzelner Personen und Datensätze (z. B. bei leicht abweichender Schreibweise oder kleinen Unterschieden im Datensatz, die die Systeme nicht automatisch erkennen).

Die aktuell von LGL und RKI vermeldeten Fallzahlen für den Landkreis München enthalten derzeit noch solche Bestände an mehrfach übermittelten Datensätzen. Daher gibt das LGL die 7-Tages-Inzidenz für den Landkreis München derzeit noch mit 181,18, das RKI mit 191,2 an.

Nachdem die Bereinigung des Datenbestands im Gesundheitsamt planmäßig am Mittwochmorgen abgeschlossen werden konnte, wurde der bereinigte Datenstand nun auch an das LGL weitergemeldet. In den kommenden Tagen werden nun auch die dort vermeldeten Zahlen wieder an das tatsächliche Infektionsgeschehen angeglichen. Gleiches gilt für den Datenbestand des Robert Koch-Instituts.
Landrat Christoph Göbel erklärt dazu: „Mir ist bewusst, welche Bedeutung eine transparente und nachvollziehbare Veröffentlichung der aktuellen Fallzahlen für den Landkreis und die kreisangehörigen Kommunen in der Öffentlichkeit haben. Daher haben wir uns auch für die Zeit der systembedingt notwendig gewordenen Datenmigration und händischen Überprüfung aller Infektionsfälle dazu entschlossen, weiter täglich Meldungen zu veröffentlichen. Wir haben so in Kauf genommen, dass die Inzidenz-Werte zwischen Landratsamt, LGL und RKI sichtbar abweichen, konnten aber sicherstellen, dass zu jedem Zeitpunkt jeder neue Fall aufgenommen und bearbeitet wurde. Dies dient dem Gesundheitsschutz der Menschen im Landkreis, was unsere oberste Priorität genießt. Mein Dank gilt allen Beteiligten im Landratsamt, die in den vergangenen Tagen mit größtem Einsatz daran gearbeitet haben, die Umstellung erfolgreich und pünktlich zum angekündigten Termin zu vollziehen und den gewaltigen Datenbestand vollständig zu bereinigen.“



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