Rückschnitt der Sträucher am Ortsbach geschieht im Sinne der Bachfauna

2020-11-18 09:36

Derzeit erreichen das Umweltreferat der Stadt Garching Anfragen, die den Strauchrückschnitt am Ortsbach betreffen. Hierbei wird etwa ausgeführt, dass ein fachmännischer Rückschnitt auf den Stock die Pflanze bis auf 30cm stehen lassen würde. Vorgefunden werde jedoch ein Beschnitt unmittelbar über dem Erdboden. Es frage sich, ob deswegen noch etwas austreibe.

 

Das städtische Umweltreferat stellt hierzu klar, dass die beauftragten Rückschnitte und Gewässerpflegemaßnahmen zu Gunsten des Ortsbaches durchgeführt wurden. Denn der kleine Bach hat keinen natürlichen Gewässerverlauf, eine natürliche Entwicklung kann daher nicht stattfinden: Der Ortsbach benötigt Unterstützung.

 

Stoffliche Einträge, vor allem durch Laubfall, verschlechtern zunehmend den Lebensraum Bach. Die Verschlammung führt zum einen zur Bildung von für die Fauna schädlichen Faulgasen, zum anderen zur Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit. Die vorkommende Bachforelle etwa benötigt jedoch sowohl eine gewisse Geschwindigkeit des Wassers als auch einen kiesigen Untergrund zum Laichen.

 

Eine jährliche Bachauskehr ist nicht zielführend, da nicht alle Lebewesen gerettet werden können und dabei die Bestände von Fischen, Muscheln und Kleinstlebewesen gestört oder sogar zerstört werden. Eine Bachauskehr wird daher so selten wie möglich veranlasst. Um also im Sinne des Baches zu handeln, wird die Vegetation – und damit der Laubfall – entlang des Bachlaufes und der kleinen Weiher reduziert. Viele Sträucher werden zwar im Frühjahr wieder austreiben, tatsächlich ist aber beabsichtigt, dass nicht alle Pflanzen wiederkommen.

 

Durch das massive Zurücknehmen heimischer wie nicht heimischer Pflanzen entsteht der positive Nebeneffekt, dass mehr Licht und Raum für die Wasserlilie geschaffen wird, Tierarten wie etwa Libellen und Wasseramseln profitieren von den geringeren Stoffeinträgen. Ein durch die Pflegemaßnahmen wegfallender Sichtschutz für so manches Privatgrundstück rechtfertigt im Übrigen nicht, die betreffenden Pflanzen stehen zu lassen.



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