Umweltbildung trägt Früchte

2021-05-31 14:02

Bayernweite gemeinsame Aktion der Umweltbildung
- eine Initiative der ANU Bayern e.V. –

(München-Unterschleißheim) „Unsere konstruktiven Lösungsvorschläge, wie Menschen trotz Pandemieauswirkungen Nachhaltigkeit erleben und erlernen könnten, möchten wir gerne einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen“, betont Frau Christine Joas, Leiterin der Umweltstation HeideHaus. Dabei kann die Umweltbildung in Bayern wesentlich dazu beitragen, Menschen zu stärken, um gesund und lösungsorientiert die gemeinsame Zukunft auch in Krisenzeiten mitzugestalten. Sie bietet zum Beispiel Naturerfahrung und Bildung für nachhaltige Entwicklung im Freien an, in sicherem Abstand zueinander, was pandemiegestresste Schulen und Eltern hilfreich entlasten kann.

Am vergangenen Freitag, den 21. Mai 2021, hat die Umweltstation HeideHaus (Träger: Heideflächenverein Münchener Norden e.V.) gemeinsam mit den anderen anerkannten Umweltstationen in Bayern, Mitgliedern der ANU Bayern e.V. und Qualitätssiegelträger*innen von „Umweltbildung.Bayern“ auf das Potential dieses wichtigen nonformalen Bildungssektors aufmerksam gemacht. Dazu wurden überall vor Ort Politiker*innen eingeladen, um gemeinsam für die Zukunft zu pflanzen. Im Sinne von: „Umweltbildung trägt Früchte“. Ausführliche Informationen zur bayernweiten Aktion können auch unter folgendem Link abgerufen werden: Umweltbildung trägt Früchte - Bayernweite Aktion am 21. Mai 2021 Unser Beitrag für das UNESCO-Programm BNE 2030

Der Vorsitzende des Heideflächenvereins, Bürgermeister Dr. Dietmar Gruchmann überreicht gemeinsam mit der Leiterin der Umweltstation HeideHaus, Christine Joas ein Pflanzgefäß voller Samen mit Heideblumen an die Landtagsabgeordnete Natascha Kohnen. Diese freut sich sehr über den schön gestalteten Topf mit der wertvollen Saat und ist schon sehr neugierig, wie sich die Ansaat entwickeln wird.

In seinem  Statement betont Dr. Gruchmann die große Bedeutung der Heideflächen für die Erhaltung der Artenvielfalt im Münchner Norden und er hebt den Einsatz des Heideflächenvereins für den Artenschutz hervor. Frau Natascha Kohnen ist sehr erfreut, die Umweltstation HeideHaus und deren Aktivitäten näher kennenzulernen.

Christine Joas erläutert die Aktivitäten des Heideflächenvereins und der Umweltstation HeideHaus in Bezug auf die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDG) der UNESCO im Rahmen der „2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung“, in der es darum geht, die globalen Nachhaltigkeitsziele zu verwirklichen. Der Heideflächenverein legt besondere Schwerpunkte auf die Erhaltung der Biodiversität an Land (SDG Nr. 15) und unter Wasser (SDG Nr. 14) und die Vermittlung in der Öffentlichkeit durch Umweltbildung und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (SDG Nr. 4). Auf 800 ha Heide- und Waldflächen im Münchner Norden führt er Artenschutzmaßnahmen u.a. Heiderenaturierung und Pflege durch extensive Schafbeweidung durch. Hinzu kommen spezielle Maßnahmen für seltene, vom Aussterben bedrohte Arten wie die Wechselkröte, die in den offenen Kieslandschaften mit Kleingewässern in der Fröttmaninger Heide bayernweit einen Schwerpunkt haben. Auch die Vielfalt der über 300 Pflanzenarten in der Fröttmaninger Heide soll erhalten werden, davon viele gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten wie der ausdauernde Lein.

Durch Umweltbildungsveranstaltungen im HeideHaus und Naturführungen in den Naturschutzgebieten soll das Wissen über diese Naturschätze vermittelt werden. Gerade in Corona-Zeiten, in denen viel mehr Bürger*innen die Flächen kennen- und schätzen lernen ist es wichtig, mehr Informationen weiterzugeben über den Schutz von seltenen Arten und einen Appell an die Besucher*innen zu richten, sich naturschonend zu verhalten.

Nachdem der Artenrückgang von Insekten auch vor Schutzgebieten nicht halt macht, ist es notwendig, dass weitere Flächen und Räume für den Artenschutz gefunden werden. Auch im eigenen Garten und auf dem Balkon kann jeder etwas für seltene Bienen und Schmetterlingsarten tun, z.B. durch die Ansaat einer Wildblumenwiese mit heimischen Arten aus der Heide.

Am HeideHaus können kostenlos Saatgutproben erhalten werden, weil die Umweltstation seit kurzem über eine kontaktlose Abholstation für Samen-Päckchen verfügt, um Heide-Besucher zu motivieren, auch bei sich zu Hause kleinere und größere Blühflächen zur Förderung der Artenvielfalt anzulegen.

Mit dieser Aktion beteiligt sich der Heideflächenverein mit seiner Umweltstation HeideHaus an der bayernweiten Kampagne "Umweltbildung trägt Früchte" um auf die große Bedeutung der Wissensvermittlung im Rahmen der Bildung für Nachhaltigen Entwicklung  hinzuweisen

Seit Freitag sind in Bayern nach rund 6 Monaten erstmals wieder Naturführungen erlaubt. Der Infoschalter an der Umweltstation HeideHaus wurde letzte Woche bereits aufgenommen. Und diese Woche hat die Umweltbildung ihren großen Auftakt in einem Pfingstferienprogramm für 13 Kinder aus der Umgebung. „Wir freuen uns sehr über sinkende Inzidenz-Werte, so dass es wieder möglich ist, Menschen und Natur ‚in echt‘ zusammenzubringen“, merkte Dr. Gruchmann an.

Viele Naturführungen, die bereits im April oder Mai hätten stattfinden sollen, wurden auf Juni verschoben. Deshalb bietet der Heideflächenvereins in den kommenden Sommermonaten sehr viele spannende Veranstaltungen an. Weitere Informationen zu Naturführungen und anderen Umweltbildungsveranstaltungen in der Heide finden Sie im Anhang sowie auf der Homepage des Heideflächenvereins: www.heideflaechenverein.de (https://heideflaechenverein.de/service/termine.php#ver1945)

Die bayernweite gemeinsame Aktion steht u.a. symbolisch dafür, dass die Umweltbildung in Bayern sich auch in Krisenzeiten aktiv und konkret vor Ort für eine lebenswerte Zukunft im Sinne der Agenda 2030 der vereinten Nationen engagiert. Sie ermöglicht eine hochwertige, gesundheitsfördernde Bildung für alle und fördert das Bewusstsein für globale systemische Zusammenhänge zwischen den 17 Nachhaltigkeitszielen wie z.B. den Erhalt von Biodiversität, Klimaschutz, nachhaltige Lebensstile und globale Gerechtigkeit.

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Foto (v.l.n.r.): Dr. Dietmar Gruchmann, Natascha Kohnen, Christine Joas; Foto: Heideflächenverein



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