Von Dezember 2023 bis Februar 2024 kam es in Garching zu außergewöhnlich hohen Grundwasserständen, die zu erheblichen Beeinträchtigungen führten und mehrere Keller überschwemmten. Um die Ursachen genauer zu untersuchen, wurde ein wissenschaftliches Forschungsprojekt gestartet. Ziel war es, die entscheidenden Einflussfaktoren systematisch zu analysieren und die zugrunde liegenden Zusammenhänge besser zu verstehen. Erste Ergebnisse liegen mittlerweile vor.
Um künftig frühzeitig auf ähnliche Situationen reagieren zu können, wurde zudem ein dauerhaftes Messnetz eingerichtet. Es umfasst 13 Grundwassermessstellen im Stadtgebiet, die kontinuierlich Daten erfassen und so einen verlässlichen Überblick über die aktuelle Grundwassersituation bieten.
Hydrocenter mit tagesaktuellen Grundwasserpegelständen
Im Rahmen des Forschungsprojekts wurden an dreizehn Standorten im Stadtgebiet Drucksonden (sog. Piezometer) installiert. Über folgenden Link können die gewünschten Messpunkte ausgesucht und tagesaktuelle Grundwasserstände abgelesen werden:
Erstes Forschungsprojekt URGRUND
Um die Ursachen der Grundwasserüberschwemmungen in Garching zu identifizieren, wurde Prof. Dr. Gabriele Chiogna mit einer Forschungsarbeit beauftragt. Das Projekt URGRUND hatte folgende Ziele:
- Die Identifizierung der Ursachen der Grundwasserüberschwemmung in Garching und die größten Unsicherheitsfaktoren
- Die Entwicklung eines Frühwarnsystems, das nicht nur auf Messungen basiert ist, sondern auch die Modellinformationen und Unsicherheiten mitberücksichtigt
- Die Identifizierung technischer Maßnahmen, die nicht nur das Risiko von Grundwasserüberschwemmungen reduzieren, sondern durch die Modellergebnisse auch Informationen über dessen Resilienz liefern können
Das Projekt wurde erfolgreich im Herbst 2025 abgeschlossen. Ein Bericht über die Ergebnisse von URGRUND ist hier einsehbar.
Zweites Forschungsprojekt GraBeKo
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Forschungsprojekts URGRUND setzt das Forschungsteam der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) seine Untersuchungen vor Ort fort. Für das Folgeprojekt GraBeKo erhält das Team eine Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt.
Ein zentraler Schwerpunkt des Projekts GraBeKo liegt auf der aktiven Einbindung der Bürgerinnen und Bürger. Geplant ist die Installation zusätzlicher Messstellen auf betroffenen privaten Grundstücken. Dort sollen Grundwasserstände systematisch erfasst werden, um künftig schneller ein aktuelles und möglichst flächendeckendes Lagebild zu erhalten. Ziel ist es, die Datengrundlage zu erweitern und eine verbesserte Frühwarnung bei steigenden Grundwasserständen zu ermöglichen.
Weitere Informationen zum Projekt:
https://www.dbu.de/projektdatenbank/40125-01/
Bei Fragen zum Thema Grundhochwasser können Sie uns gerne kontaktieren:
